Herkunft, Schule, Schneiderakademie, Emigration nach Palästina, Jewish Brigade

Harry Weber wurde am 13. August 1921 in Klosterneuburg geboren. Er war jüdischer Abstammung. Nach der Volksschule und dem Gymnasium besuchte er von 1937 bis 1938 die Schneiderakademie in der Michelbeuerngasse. Im Jahre 1938 musste er nach Palästina emigrieren. Im zweiten Weltkrieg kämpfte er in der Jewish Brigade für die britische Armee.

Heirat, Cheffotograf des "Stern", Bilder vom ungarischen Volksaufstand 1956

1947 lernt er in Salzburg Marianne, eine Fotolaborantin kennen. Die beiden heirateten 1952 und übersiedelten nach Wien. Ab 1952 arbeitete er für den Stern, von 1959 bis 1984 war er dessen Cheffotograf und seit 1967 auch Cheffotograf des Verlages Gruner und Jahr, der neben dem Stern auch "Schöner wohnen", "Brigitte" und "Eltern" herausgibt. Besondere Bekanntheit erlangten seine Bilder vom ungarischen Volksaufstand 1956.

Legendär als Theaterfotograf, Berufstitel Professor

Harry Weber wies es stets zurück, als Künstler bezeichnet zu werden. Er prägte über viele Jahre das Genre der Reportagefotografie, als Theaterfotograf für Musik- und Sprechtheater wurde er bald legendär. So arbeitete er etwa auch für die Salzburger Festspiele. 2002 erhielt er den Großen Österreichischen Staatspreis für künstlerische Fotografie und den Berufstitel Professor. Dabei war sich Weber ganz sicher, die Auszeichnung nie zu bekommen: "Weil ich die geärgert habe. Weil ich gesagt habe, das ist doch für künstlerische Fotografie, und ich bin kein Künstler!"

Fotobände

Harry Weber veröffentlichte auch mehrere Fotobände, z. B. “Wien bei Nacht”, “Wien – Gesichter einer Stadt”, “Salzburg im Licht”, “Die Wiener Philharmoniker” und “Jerusalem”.

Wien-Projekt im Musa

Er war seiner Frau Marianne dankbar, die als Fotolaborantin viel Geduld für die Arbeit in der Dunkelkammer hatte. Harry Weber verabscheute die Laborarbeit, und war gerade noch bereit, Filme zu entwickeln.

In den letzten Jahren seines Lebens hat sich Harry Weber darauf konzentriert, die Stadt Wien aus einer neuen Perspektive abzulichten. Sein Wien-Projekt war im Jahre 2007 im MUSA zu sehen.

wien.at Video

Auszeichnungen

1994 Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis
Goldenes Verdienstkreuz des Landes Salzburg
Goldenes Verdienstzeichen der Republik Österreich
2002 Großer Österreichischer Staatspreis für künstlerische Fotografie
2002 Berufstitel Professor

Tod in Folge einer Herzkrankheit

Harry Weber starb am 10. April 2007 in Folge einer Herzkrankheit. Er wurde in der Israelitischen Abteilung des Zentralfriedhofs begraben.

Nachlass

Seine gesamten Fotos – mit Ausnahme des späten Wien-Blocks – wurden bereits zu seinen Lebzeiten vom Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek übernommen.

Das Grab in der israelitischen Abteilung des Zentralfriedhofs

Weblinks

Wir erinnern uns

Sie sind eingeladen, Ihre persönliche Erinnerung an
Harry Weber nieder zu schreiben.

Erinnerung schreiben

Einladung versenden


Porträt teilen